Kreatin ist eines der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel im Sport und wird häufig verwendet, um die Muskelkraft, die körperliche Leistungsfähigkeit und die Erholung zu verbessern. Dennoch stellt sich oft die Frage, wie man Kreatin richtig dosiert, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die richtige Einnahme hängt von individuellen Zielen, dem Körpergewicht und der Trainingsintensität ab.
Was ist Kreatin und wie wirkt es?
Kreatin ist eine natürlich vorkommende Substanz, die im Körper aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin synthetisiert wird. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Energieproduktion, insbesondere bei kurzzeitigen, intensiven körperlichen Belastungen wie Sprinten oder Krafttraining. Kreatin wird hauptsächlich in den Muskeln gespeichert und dient als Energiereserve, indem es die Wiederherstellung von Adenosintriphosphat (ATP) beschleunigt – der Hauptenergiequelle der Zellen.
Wie dosiert man Kreatin optimal?
Es gibt zwei gängige Methoden zur Einnahme von Kreatin:
- Ladephase:
- In der Ladephase wird Kreatin für die ersten 5–7 Tage in höheren Mengen eingenommen, typischerweise 20 g pro Tag, aufgeteilt in 4 Portionen zu je 5 g.
- Ziel ist es, die Muskelspeicher schnell zu sättigen.
- Nach der Ladephase wird die Dosis auf eine Erhaltungsdosis von 3–5 g pro Tag reduziert.
- Konstante Einnahme:
- Alternativ kann Kreatin ohne Ladephase eingenommen werden, indem man täglich 3–5 g konsumiert.
- Die Sättigung der Muskelspeicher dauert in diesem Fall länger, etwa 3–4 Wochen, ist aber genauso effektiv wie die Ladephase.
Wann sollte Kreatin eingenommen werden?
- Vor dem Training: Einige Studien deuten darauf hin, dass Kreatin vor dem Training eingenommen werden kann, um die Leistungsfähigkeit während des Trainings zu steigern.
- Nach dem Training: Kreatin nach dem Training einzunehmen, hat den Vorteil, dass die Muskeln durch die erhöhte Durchblutung besser in der Lage sind, Kreatin aufzunehmen.
- Zeitpunkt unabhängig: Wichtig ist vor allem die tägliche Einnahme. Der Zeitpunkt spielt eine untergeordnete Rolle, solange die Speicher langfristig gesättigt werden.
Für wen ist Kreatin geeignet?
- Kraftsportler: Kreatin ist besonders effektiv bei Aktivitäten, die kurze, intensive Belastungen erfordern, wie Gewichtheben oder Sprints.
- Ausdauersportler: Auch bei Ausdauersportarten kann Kreatin die Erholung fördern und die Muskelermüdung verringern.
- Vegetarier und Veganer: Da Kreatin hauptsächlich in Fleisch und Fisch vorkommt, können Personen mit pflanzlicher Ernährung von einer Ergänzung profitieren.
Gibt es Nebenwirkungen?
Kreatin gilt als sicher, wenn es in den empfohlenen Dosen eingenommen wird. Dennoch können gelegentlich Nebenwirkungen auftreten, wie:
- Gewichtszunahme durch erhöhte Wassereinlagerungen in den Muskeln.
- Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei hohen Dosen während der Ladephase.
Es ist wichtig, während der Einnahme von Kreatin ausreichend Wasser zu trinken, um eine Dehydrierung zu vermeiden.
Tipps für die richtige Einnahme von Kreatin
- Kreatin-Monohydrat wählen: Kreatin-Monohydrat ist die am besten untersuchte und effektivste Form von Kreatin.
- Kombination mit Kohlenhydraten: Die Aufnahme von Kreatin kann durch die gleichzeitige Einnahme von Kohlenhydraten verbessert werden, da Insulin die Speicherung in den Muskeln unterstützt.
- Langfristige Einnahme: Kreatin kann dauerhaft eingenommen werden, da keine Hinweise auf negative Langzeiteffekte vorliegen.
Fazit
Kreatin ist ein effektives Nahrungsergänzungsmittel, das die körperliche Leistungsfähigkeit und die Muskelregeneration verbessern kann. Die Dosierung hängt von den individuellen Zielen und Präferenzen ab, wobei sowohl eine Ladephase als auch eine konstante Einnahme wirksam sind. Entscheidend ist die regelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum, um die Vorteile von Kreatin voll auszuschöpfen.
Wissenschaftliche Quellen zur Unterstützung
- Kreider RB et al. (2017): „International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine.“ Journal of the International Society of Sports Nutrition.
- Branch JD (2003): „Effect of creatine supplementation on body composition and performance: a meta-analysis.“ International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism.
- Rawson ES, Venezia AC (2011): „Use of creatine in the elderly and evidence for effects on cognitive function in young and old.“ Amino Acids.

Kreatin nach dem Training klingt sinnvoll, weil es dann angeblich besser in die Muskeln geht. Was die Aufladephase angeht, habe ich nie damit herumgespielt, ich habe es einfach täglich genommen und es war auch ok. Hat jemand von euch eine Aufladephase gemacht oder ist es besser, nur 5g pro Tag zu nehmen?
Die tägliche Einnahme von 5 g Kreatin ist absolut ausreichend und wird von den meisten Studien als effektiv angesehen, ohne dass eine Aufladephase notwendig ist. Die Aufladephase (20 g täglich für 5-7 Tage) kann helfen, die Kreatinspeicher schneller zu füllen, aber langfristig gibt es keinen Unterschied im Endergebnis. Wenn du schon mit der täglichen Einnahme gut klarkommst, brauchst du die Aufladephase nicht unbedingt – Kontinuität ist hier der Schlüssel! 😊